Die Rheinpfalz 24.Juli 2007

Kulturkalender
Liedersommer ein Erfolg

Kirchheim. Überaus zufrieden äußerte sich Barbara Baun, die Vorsitzende des Vereins „Kirchheimer Liedersommer“ beim Abschlusskonzert über den Verlauf des ersten Meisterkurses für Liedgestaltung in Kirchheim. „Der Publikumszuspruch zum öffentlichen Unterricht war sehr rege“. Kaum eine der Stunden mit Professor Jakob Stämpfli sei ohne interessierte Beobachter verlaufen. Auch das Interesse an der Ausstellung mit Gemälden und Aquarellen des Pariser Malers Vincent Rousseau in der Eingangshalle des Schulhauses sei erfreulich gewesen, so dass der Verein in seiner Absicht bestärkt worden sei, künftig jedes Jahr einen sommerlichen Meisterkurs zu veranstalten.

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Die Rheinpfalz 24. Juli 2007

Gutes Zeugnis für „Liedersommer“
Absolventen des Meisterkurses von Jakob Stämpfli konzertierten in Kirchheim

Schubert und Loewe, Schumann und Brahms: mitten in den Kernbestand der Liedkomposition führte am Sonntag das Abschlusskonzert des ersten Kirchheimer Liedersommers. Sechs junge Sängerinnen und Sänger, die unter der Anleitung des Berner Professors Jakob Stämpfli eine Woche lang in der Kirchheimer Schule an ihren interpretatorischen Fähigkeiten gefeilt hatten, stellten zusammen mit vier wechselnden Begleitern am Flügel dem „Liedersommer“ eine konzentrierte Stunde lang vor einem stattlichen und aufmerksamen Publikum ein gutes Zeugnis aus.

Den Anfang machte der Bassist Ulrich Burdack, der zunächst mit Franz Schubert „Auf der Donau“ reiste – ein schwermütiges und daher schwer zu singendes Lied…. Burdack verfügt über eine voluminöse, kraftvolle Stimme. In Carl Loewes unverwüstlichem „Erlkönig“ half ihm der Handlungsverlauf mit der Wechselrede zwischen Vater, Sohn und Erlkönig bei der Gestaltung. Sehr schön kontrastierte er das zagende, furchtsame Kind, das Schmeichelnde der Fiebererscheinung, die begütigende Sachlichkeit des Vaters mit der energisch vorgetragenen Handlung. Das war klanglich erfreulich und interpretatorisch richtig. Simon Bucher begleitete vorzüglich: klar strukturiert und mitreißend lebhaft.

Die Mezzosopranistin Kathrin Kreusel brachte zwei Brahms-Lieder in zunächst schlichtem Vortrag, der zu packen wusste, weil die Stimme über beträchtliche Kraftreserven verfügt, die sie zur dramatischen Steigerung geschmackssicher einzusetzen vermag…. Die Begleitung von Minkyung Kim war klanglich satt, farbenreich, bedächtig und gefühlvoll.

Kraftvoll besungener Schmerz
Noch ein Bass: Marcus Weishaar, von Barbara Baun zart, subtil und rhythmisch prononciert begleitet, setzte beim Vortrag der Schubert-Lieder „Gefrorne Tränen“ und „Aufenthalt“ auf seine profunde Stimmkraft, der besungene Schmerz äußerte sich mit Macht. Das Timbre seiner Stimme scheint ihn für Lied, Oratorium und Oper zu prädestinieren…..

Drei Schubert-Lieder brachte auch der Bass-Bariton Peter Maruhn sehr ansprechend….. Es schien, als ob der feste Rhythmus, die klare Strophenform des Liedes „Der stürmische Morgen“ und sein eher dramatischer Affekt Maruhn mehr Gelegenheit gaben, seine Fähigkeiten zu entfalten, als die eher elegischen Lieder „Letzte Hoffnung“ und „Im Dorfe“. Am Klavier wieder Barbara Baun.

Eine Sängerin und ein Sänger stachen heraus, weil sie dem Zuhörer nicht nur Wohlgefälliges zu hören gaben, sondern ihn durch besonders intensive Art des Singens in den Bann zogen, also gewissermaßen vom Vortrag zur Vergegenwärtigung fortschritten. Sie taten das mit unterschiedlichen Mitteln. Zunächst Cornelia Kieschnik: ihre Altstimme ist nicht groß, hat kein Großraum füllendes Volumen, aber sie ist klar und charakteristisch, und ihr scheint das Singen keine Mühe zu machen. Auffallend war auch, dass sich Kieschnik – sie sang Schumann und Brahms – eine gewisse agogische Freiheit gegenüber Barbara Bauns exakt im Metrum bleibender Begleitung nahm…. Sie fand dabei das rechte Maß, so dass die Interpretation belebt, mit Spannung gefüllt, der Zusammenhang aber nicht zerrissen war. Spannend war auch die natürlich erscheinende Klarheit ihres Gesangs, die den Hörer nicht an Ausdrucksalternativen denken ließ. Talent und Technik waren hier schön verbunden.

Romantischer Klangzauber
Einen ganz eigenen, vielleicht am ehesten romantischen Klangzauber schufen der Tenor Satoshi Mizukoshi und Masato Suzuki am Klavier mit den Brahms-Liedern „Muss es eine Trennung geben“ und „Wie soll ich die Freude, die Wonne denn tragen“. Das Klavier, ungemein farbenreich, klang wie entrückt und flirtete mit der schlanken, agilen Tenorstimme, welche die liebessatte, todessehnsüchtige Haltung des Textes glaubwürdig, interessant und in immer neuen Ausdrucksschattierungen vorzutragen wusste…..

Roland Happersberger

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nmz Juni 2007

neue musikzeitung
Erster Kirchheimer Liedersommer

Meisterkurs für Liedgestaltung mit Jakob Stämpfli
Ein Liederabend gilt immer noch als Nische im Konzertleben und intimes Konzerterlebnis. Doch ist gerade das Lied als Wortkunstwerk geeignet, den Zuhörer anzusprechen und der Sänger noch mehr als der Instrumentalist Darsteller von Inhalt und Ausdruck. Dieses besondere Potenzial des Liedgesangs möchte der Kirchheimer Liedersommer vom 16. – 22. Juli fördern.

Der auf Initiative der Sänger Dominik Wörner und Philippe Huguet und der Pianistin Barbara Baun in Kirchheim an der Weinstraße neu gegründete Verein bietet jungen Sängern und Pianisten am Anfang ihrer Karriere oder in der Endphase des Studiums eine hochqualifizierte Weiterbildung. Für den ersten Meisterkurs konnte der renommierte Gesangspädagoge Prof. Jakob Stämpfli aus Bern gewonnen werden. Die Jubiläen von Franz Schubert und Johannes Brahms und die besondere fachliche Kompetenz von Jakob Stämpfli für das Liedschaffen der beiden Komponisten bestimmen den Schwerpunkt des Kurses. Als Ergänzung wird Sabine Fues aus Köln Alexander-Technik unterrichten.

Bilder des Pariser Künstlers Vincent Rousseau begleiten den Meisterkurs. Der Kirchheimer Liedersommer versteht sich als „ganzheitlicher Meisterkurs“, bei dem der Austausch zwischen den verschiedenen Künsten und Künstlern im Vordergrund steht und ein Dialog angestoßen wird.

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nmz November 2007

neue musikzeitung
Ganzheitlich singen lernen

Reger Besuch und hohes Niveau beim ersten Kirchheimer Liedersommer

Die hohe Kunst des Liedgesangs nicht nur hinter verschlossenen Türen zu proben und das Erlebnis eines Liederabends nicht nur einem ausgewählten Publikum zu bieten, das ist das erklärte Ziel des Kirchheimer Liedersommers. Bereits beim ersten Meisterkurs im Juli 2007, den die Pianistin Barbara Baun und die beiden Sänger Dominik Wörner und Philippe Huguet initiierten, konnte eine große Zahl interessierter Zuhörer gewonnen werden, den Unterricht im stimmungsvollen historischen Gebäude der Grundschule „An der Pforte“ zu verfolgen…. …Den Höhepunkt des ersten Kirchheimer Liedersommers bildete das Abschlusskonzert, in dem die Studenten ihr durchgängig hohes Können vor einem zahlreichen Publikum präsentierten. Ein letzter anregender Austausch fand dann bei der Finissage in den Räumen der Grundschule statt, wo noch einmal etliche Bilder einen neuen Besitzer unter den Teilnehmern und Besuchern fanden. Die Idee eines „ganzheitlichen Meisterkurses“ wird mit dem Liedersommer 2008 fortgeführt werden. Dann dürfen sich die Besucher auf zusätzliche Konzerte freuen, die den Meisterkurs zu einem kleinen Festival erweitern werden.

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Die Rheinpfalz 8. Februar 2007

Vom Meisterkurs zum Liedfestival
Verein „Kirchheimer Liedersommer“ gegründet
Wenn alles so läuft, wie Barbara Baun und ihre Mitstreiter es sich vorstellen, könnte sich Kirchheim als Veranstaltungsort für anspruchsvolle Musikereignisse vom derzeitigen Geheimtipp zum überregional oder gar bundesweit wahrgenommenen Festivalstandort mausern…Der erste Schritt auf dem Weg zu einem dem Kunstlied gewidmeten Festival soll ein Meisterkurs im kommenden Juli sein….„Der einwöchige Kurs in den Räumen der Kirchheimer Grundschule soll öffentlich sein“, macht Barbara Baun der Bevölkerung im Raum Grünstadt Lust darauf, sich der ihrer Meinung nach etwas stiefmütterlich behandelten Musikgattung zu nähern. Man wird also zuschauen und zuhören dürfen, wenn die Meister ihren Schülern Unterricht geben. Das ebenfalls öffentliche Abschlusskonzert findet in der protestantischen Kirche statt. „Das Vergängliche im Erlebnis von Musik wird ergänzt durch die Beständigkeit des zu betrachtenden Kunstwerks“, heißt es im Konzept zum Liedersommer als Begründung, warum in jedem Jahr eine Kunstausstellung zum Festival gehören soll. Den Anfang macht in diesem Jahr der junge Pariser Maler Vincent Rousseau.„Wenn sich der Meisterkurs etabliert hat,“, hofft Baun, „sollen professionelle Konzerte international bekannter Künstler hinzukommen, sodass regelmäßig ein kleines Liedfestival stattfinden könnte.“ Dabei müsse es nicht bei der eng definierten Liedgattung bleiben. „Vorstellbar ist auch eine programmatische Erweiterung durch Vokalensembles, Kammer- oder Männerchöre“, sagt die Musikerin….

Waltraud Werdelis

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Die Rheinpfalz 12.Juli 2007

Malerei zum Auftakt des Liedersommers
Vincent Rousseau
stellt in Kirchheim aus
Am kommenden Sonntag wird zum Auftakt des Meisterkurses „Kirchheimer Liedersommer“ in der Grundschule Kirchheim eine Ausstellung mit Malerei des französischen Künstlers Vincent Rousseau eröffnet. Schon als Kind hat Rousseau in Pariser Museen Maler wie Monet, Degas, Cézanne, Picasso oder Miró kennen gelernt. Von der Mutter wurde er zum Malen mit Ölfarben animiert. Waren es anfangs noch Landschaften, die er festzuhalten suchte, so faszinierten ihn später Meeresmotive und die Aquarelltechnik…..“In letzter Zeit befasse ich mich hauptsächlich mit städtischen Landschaften, seien es Parks oder alte Pariser Dächer“, erzählt Rousseau…Rousseau sieht das Malen als einen Weg, sich den Dingen anzunähern, mit ihrer Essenz in eine enge Verbindung zu treten……

Waltraud Werdelis

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Die Rheinpfalz 16. Juli 2007

Sympathische künstlerische Individualität
Der Pariser Maler Vincent Rousseau stellt zum Auftakt des Kirchheimer Liedersommers in der Grundschule aus

Schön Gesehenes und mit Geschick Gemaltes, mithin also Sehenswertes bereichert diese Woche die Eingangshalle der Kirchheimer Schule: Der Pariser Rock-Musiker und Maler Vincent Rousseau zeigt hier rund 40 größere Ölgemälde und kleinformatige Aquarelle mit Ansichten seiner französischen Heimat……Und so kann der Besucher jetzt das sehen, was Vincent Rousseau von den Fenstern seines Appartements auf dem Montparnasse erblickt: die berühmten Dächer von Paris über Stadthäusern der Belle Epoque, roter Ziegelton oder blaugraues Blech, endlose Schornsteinreihen über Balkonen und Dachterassen. Das typische Flair ist sofort erkennbar….Außer parisischen Stadtlandschaften gibt es Florales: Da leuchtet vor verschattetem Hintergrund die Farbenglut einer Orchidee oder einer ganzen Schar von Blühpflanzen. Besonders ungewöhnlich und interessant abstrahiert sind zwei ausnehmend hochformatige Landschaften mit Gebäuden, über denen einmal ein klar-blauer, sehr schön strukturierter Himmel leuchtet, das andere Mal aber Sonne unter drohendem Gewitterhimmel.Kurz: man findet hier sicher keine künstlerischen Innovationen für das 21. Jahrhundert, aber gegenständliche Bilder, bei denen man gerne verweilt und die übrigens – ein ungeplanter, aber willkommener Effekt – vor dem ockerfarbenen Hintergrund der Schulhauswand ausnehmend gut zur Geltung kommen.

Roland Happersberger

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Die Rheinpfalz 19.Juli 2007

Die hohe Kunst, ein guter Lehrer zu sein
Jakob Stämpfli und seine sympathische Art, einen Meisterkurs für Liedgestaltung zu leiten

In Kirchheim ist der „Liedersommer“ in vollem Gang. Acht junge Sängerinnen und Sänger und drei Pianisten besuchen seit Montag und bis einschließlich Samstag einen Meisterkurs, für den Prof. Jakob Stämpfli aus Bern angereist ist. Die RHEINPFALZ hat zwei lehrreiche Unterrichtsstunden mitverfolgt und kann einen Besuch der noch folgenden Probenarbeit nur empfehlen….Der in Bern bei Jakob Keller und in Frankfurt bei Paul Lohmann ausgebildete Bassist startete 1954 seine Karriere in Europa, Japan und den USA, wurde unter anderem mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. An mehreren Hochschulen war er Professor, bevor er als Direktor an das Konservatorium für Musik und Theater in Bern berufen wurde. Seine Ämter und Aufgaben im Sinne der Musik sind vielfältig, und im hohen Alter ist er immer noch ein gefragter Wettbewerbsjuror und Meisterkursdozent.An diesem Vormittag will er einen Teil seines umfangreichen Wissens über Liedgesang an die junge Mezzosopranistin Kathrin Kreusel weitergeben. Sie will das Schubert-Lied „Ganymed“ vortragen, wird aber immer wieder unterbrochen. „Das können manche nicht vertragen“, erklärt Stämpfli später, „aber ich muss da einhaken, wo es passiert“. Was bei Profis und solchen, die es bald sind, passieren kann, sind beispielsweise Vokale, die knarren, zu hell oder zu dunkel geraten oder Konsonanten („die Knochen am Fleisch der Vokale“), die dem Ton nicht den richtigen Schubser geben…..Singen und Gesang unterrichten sei eine psycho-physische Angelegenheit, meint der Professor später im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Ich muss vorsichtig damit sein, wie ich die Kritik rüberbringe, jemanden vor dem Publikum fertig zu machen, ist tabu.“Dazu besteht auch gar kein Anlass, denn wie Stämpfli angenehm überrascht schon am Montag beim Vorsingen festgestellt hat, bewegen sich die Schüler fast alle auf einem sehr hohen Niveau.

Waltraud Werdelis

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Termine 2016



Sonntag, 24.07.2016
18.00 Uhr Eröffnungskonzert (Evangelische Kirche)
Sibylla Rubens, Sopran
Barbara Baun, Klavier
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten
Anschließend Vernissage (Grundschule)

Donnerstag, 28.07.2016
19.30 Uhr Werkstattkonzert Lied (Weingut Kolb)
"Lieder? ...mit Vergnügen!"
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Samstag, 30.07.2016
18.00 Uhr Abschlusskonzert (Evangelische Kirche)
"Mit Staunen und Vergnügen"
Teilnehmer des Meisterkurses
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten
Anschließend Finissage (Grundschule)

Montag, 25.07. bis Freitag, 29.07.2014
10.00 – 13.00 Uhr
15.00 – 18.00 Uhr öffentlicher Meisterkurs (Grundschule)

Montag, 25.07. bis Freitag, 29.07.2014
10.00 – 13.00 Uhr
15.00 – 18.00 Uhr Ausstellung (Grundschule)

AKTUELL: Anmeldeschluss verlängert: 10.6.2016

Kontakt

Kontakt:

Kirchheimer Liedersommer e. V.
Bissersheimer Str.6
67281 Kirchheim Wstr.
Tel.: 06359/2090536
info(at)kirchheimer-liedersommer.de